Silberspekulation
Der Beginn der Silberspekulation
Silber ist ebenso wie Gold eines der wichtigsten Edelmetalle überhaupt. Seit die Regierungen die Gold- und Silberstandards abgeschafft haben, wurden große Mengen Silber freigesetzt, wodurch sich deren Wert drastisch verringerte. Aufgrund der niedrigen Preise und der hierdurch nur geringen Gewinne wurde die Silberproduktion im 20. Jahrhundert stark reduziert. Dies jedoch führte in den 1970er Jahren zu einem Nachfrageüberschuss, denn nicht mehr nur in der Schmuckindustrie, auch in der Elektroindustrie sowie der Medizintechnik kommt mehr und mehr Silber zum Einsatz. Eine Erholung erlebte der Silberkurs auch mit der Inflation infolge der Vietamkrise. Hierdurch stieg der Silberkurs leicht, so dass pro Unze Feinsilber nun um drei US-Dollar zu erzielen waren. Bereits zu diesem Zeitpunkt erkannten die Gebrüder Hunt das enorme Potenzial und die Unterbewertung des Silbers und engagierten sich über Zukäufe am Markt. Bereits in den 1920er Jahren konnte der Vater der Brüder Hunt durch Ölspekulationen große Gewinne realisieren. Diese größeren Kaufpositionen sorgen schließlich dafür, dass der Preis für Silber langsam stieg. Experten schätzten, dass die Gebrüder Hunt bis Ende der 1970er Jahre etwa 100 Millionen Unzen erwarben, der Durchschnittspreis kann bei zehn US-Dollar pro Unze gelegen haben.
Die Spekulation in Silber
Neben den Gebrüdern Hunt investierten auch viele anderen Anleger am Silbermarkt, wodurch es zu einer wahren Silberspekulation kam. Diese Spekulation trieb den Silberkurs in bisher ungeahnte Höhen, pro Unze wurden nun 52 US-Dollar bezahlt. Um von diesen hohen Werten zu profitieren, kauften Anleger nicht mehr nur Goldbarren oder Goldmünzen, sondern schmolzen auch Tafelsilber und Silberschmuck, um dieses zu Bargeld zu machen. Der Höhepunkt der Silberspekulation liegt im Jahr 1980. Um die Spekulation einzudämmen, änderten nun die Ney Yorker Warenbörse sowie die amerikanische Warenaufsichtsbehörde die Bedingungen für Investments in Silber. So war es von nun an nötig, die Einschüsse auf Warenterminkontrakte um bis zu 100% zu erhöhen, gleichzeitig wurden an der Börse nur noch Verkaufsorders entgegengenommen. Die Hunt-Brüder unterdessen erhielten ein Verbot für den Verkauf des von ihnen angesammelten Silbers.
Das Platzen der Blase
In der Reaktion auf die Vorkommnisse platzte die aufgebaute Silber-Blase. Die Gebrüder Hunt jedoch konnten ihre Gewinne bis dahin nicht realisieren und verloren Experten zufolge rund zwei Milliarden Dollar. Gleichzeitig wurden sie von der Regierung beschuldigt, den Silbermarkt manipulieren zu wollen. Dem widersprachen die Hunts vehement und sahen sich selbst als Opfer. Diese Opfer-Theorie wird bestätigt, da sich der Börsenkurs für Silber bis etwa 1978 nur gering erhöhte. Erst dann, als viele weitere Anleger einstiegen, kam es zu einem Boom. Allerdings konnte bisher auch nicht geklärt werden, warum die Gebrüder Hunt ihre Positionen nicht bereits früher verkauften und so ihre Gewinne realisierten. Schließlich wäre auch ein Verkaufspreis von 40-45 Dollar je Unze ein gutes Geschäft gewesen. Ob das erworbene Silber jedoch als langfristige Investition gedacht war oder ob weitere Preissteigerungen erwartet wurden, bleibt fraglich.

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