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Futures

Futures sind Finanzterminkontrakte, die zwischen zwei Marktteilnehmern geschlossen werden. In diesem Vertrag wird sowohl die Lieferung wie auch der Kauf des Basiswertes auch „Underlying“ genannt zu einem bestimmten Termin in der Zukunft vereinbart. Je nach Art des Underlyings unterscheidet man Futures in Finanzterminkontrakte (Financial Futures) und Warenterminkontrakte (Commodity Futures). Bei Finanzterminkontrakten können neben einzelnen Aktien auch Aktienindizes als Underlyings genutzt werden, mit Warenterminkontrakten oder Rohstoff\-Futures ist es auch möglich, Edelmetalle oder Rohstoffe zu handeln. Die Futures bewegen sich dann nahezu analog zum jeweiligen Kurs des Underlyings. Im Unterschied zum effektiven Kauf der Aktien oder der Rohstoffe haben Futures allerdings den Vorteil einer größeren Markttransparenz, zudem muss nur ein sehr geringer Sicherheitswert, die so genannte Margin-Leistung, hinterlegt werden.

Die Margin-Leistung

Futures zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass für deren Kauf nicht die vollständige Wertsumme des Underlyings zur Verfügung gestellt werden muss, sondern dass lediglich ein Bruchteil hiervon investiert wird. Die Sicherheitsleistung für ein Futures-Geschäft wird als Margin bezeichnet. Mit dieser Geldsumme soll gewährleistet werden, dass die Halter einer Kauf- oder aber einer Verkaufsoption ihre Verpflichtungen später auch erfüllen können. Die Höhe der Margins ist abhängig vom jeweiligen Future Kontrakt. Sie kann zwischen 5-15 Prozent betragen. Im Rahmen der Margin-Leistung werden verschiedene Sicherheitsleistungen unterschieden. So findet man im Börsengeschäft unter anderem die Intraday-Margin, die als Sicherheitsleistung für Day-Trading-Geschäfte herangezogen wird. Die Overnight-Margin hingegen sichert einen Kontrakt auch bis zum nächsten Tag (über Nacht). Zusätzlich wird unterschieden zwischen der Einschuss-Margin, die auch als Initial Margin bezeichnet wird, und der Nachschuss-Margin, der Maintenance-Margin. Letztere wird fällig, wenn die bereits hinterlegte Sicherheitsleistung aufgrund hoher Kursverluste nicht mehr ausreicht, mögliche Verbindlichkeiten zu finanzieren.

Long- und Short-Positionen

RohstoffhandelBeim Kauf eines Futures ist es möglich, entweder eine Short- oder aber eine Long-Position einzugehen. Käufer eines Short-Kontrakts positionieren sich als Verkäufer und garantieren zum jeweiligen Verfallstag die Lieferung eines Aktienwertes oder des Rohstoffes. Bei einer Call-Option hingegen betätigt sich der Marktteilnehmer als Käufer und verpflichtet sich, die vom Verkäufer gelieferten Werte zum vertraglich vereinbarten Preis abzunehmen. Im alltäglichen Geschäft kommt es jedoch nur noch selten zur tatsächlichen Lieferung und Abnahme der jeweiligen Basiswerte. Die Geschäfte werden vielmehr vor dem Verfallstag durch den Kauf einer entsprechenden Gegenposition glattgestellt. Bei einer solchen Glattstellung kauft ein Inhaber eines Short-Kontraktes eine Long-Position und umgekehrt. Die jeweiligen Differenzen der Geschäfte werden dann als Gewinn oder aber Verlust ausgewiesen. Wurden Futures ursprünglich entwickelt, um hiermit eine Absicherung gegen fallende oder steigende Preise zu erlangen, werden sie heute in der Regel genutzt, um auf steigende oder fallende Werte zu wetten. Mit Futures ist es also möglich, auch auf den Verlauf von Indizes oder Rohstoffen zu wetten, und zwar mit einem nur kleinen Kapitaleinsatz. Gewinne wie auch Verluste werden hierdurch allerdings gehebelt.

Verfallstage von Futures

Mit Vereinbarung eines Future-Kontraktes wird ein Verfallstag vereinbart, an dem der Kontrakt fällig wird. Bei der Vereinbarung von Lieferung und Abnahme muss der Basiswert je nach Kontraktart entweder geliefert oder aber abgenommen werden. Bei Futures, deren Underlying ein Index ist, beispielsweise der Dax oder der EuroStoxx, ist eine Lieferung natürlich nicht möglich, hier werden Futures lediglich für die Wette auf steigende oder fallende Kurse genutzt. Am Verfallstag werden dann die vom Kontrakt-Inhaber erzielten Gewinne oder Verluste mit Geldbeträgen ausgeglichen. Dieser Vorgang wird auch als Cash Sattlement bezeichnet. Als Verfallstag für Index-Futures wird der dritte Freitag des Liefermonats vereinbart. Damit sind die Verfallstermine regelmäßig an jedem dritten Freitag im März, im Juni, im September und im Dezember. Da zu diesen Terminen jedoch nicht nur Futures mit DAX-Underlyings, sondern auch weitere Optionen verfallen, wird ein solcher Tag auch Hexensabbat genannt. Er zeichnet sich durch große Kursveränderungen aus, da einige Marktteilnehmer durch geschickte Kauf- oder Verkaufsorders versuchen, die Kurse zu beeinflussen.

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