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Gold-Gulden aus Österreich

Foto der Vorderseite einer österreichischen Gulden GoldmünzeGold-Gulden Österreich Vorderseite
Foto der Rückseite einer österreichischen Gulden GoldmünzeGold-Gulden Österreich Rückseite

Obwohl sein Name von der im 13. und 14. Jahrhundert in Florenz geprägten Goldmünze abgeleitet wird, handelt es sich bei dem Florin um einen österreichischen Gulden, der durch die Währungsreform 1892 durch die Krone abgelöst wurde. Die Nachprägungen der Münze Österreich erfolgten seit den 50er Jahren mit einem Feingoldgehalt von 90 % und einer Kupferlegierung von 10 % zur Erhöhung der Härte und Kratzfestigkeit. Als Währungsmittel und dank seiner hohen Stückzahl ist der Florin als Gold-Anlagemünze geeignet, die von der Mehrwertsteuer befreit ist und günstig mit einem nur geringen Handelsaufschlag auf den Materialwert angeboten wird.

NennwertMünzgewichtFeingoldMaterialpreis*AbmessungFeinheit
4 Gulden
(10 Franc/4 Florin)
3.226 g2.903 g127,43 €
(141,35 $)
Ø 19 mm900 ‰
21,6 Karat
8 Gulden
(20 Franc/8 Florin)
6.452 g5.807 g254,90 €
(282,75 $)
Ø 21 mm900 ‰
21,6 Karat

Seit seiner Erstauflage im Jahr 1870 wurde der Florin zweiundzwanzig Jahre lang von der Münze Österreich mit einem gleich bleibenden Erscheinungsbild geprägt. Obwohl während dieser Zeit die österreichische Währung der Gulden war, trägt er zum Nennwert das Kürzel „Fl“ für Florin. Diese Bezeichnung ist der französische Name für den von der Stadt Florenz geprägte Fiorino. Der politische Hintergrund der Prägung einer Goldmünze mit einem französischen Namen waren die letztendlich scheiternden Verhandlungen Österreichs über den Beitritt zur Lateinischen Münzunion, der auch Frankreich angehörte. Österreich führte eine Währungsreform durch, in deren Folge die Prägung aller Guldenmünzen – zu denen auch der Florin gehörte – eingestellt wurde.

Das Aussehen des Florin findet sich fast unverändert zwei Jahre später auf dem Golddukat wieder. Auf der Motivseite ist das bekannte Porträt Kaiser Franz Josef I. mit Blickrichtung nach rechts geprägt. Außer einem Lorbeerkranz trägt er keinerlei sichtbare Amtszeichen. Unterhalb des Porträts ist mittig ein sechszackiger Stern zu erkennen. Erst in Höhe des rechten Schulteransatzes des Kaisers beginnt die Umschrift, die einen seiner Titel wiedergibt. Sie lautet: FRANCICVS IOSEPHVS I D G IMPERATOR ET REX. Alle Namensbestandteile Franz Josef I. sind mit Punkten getrennt. Dies gilt ebenfalls für die Teile seines Titels „Kaiser und König von Gottes Gnaden“, wobei die lateinischen Wörter Dei Gratia als einzige zu D G abgekürzt werden. Der äußere Ring der Goldmünze besteht durchgehend aus Punkten. Der Rand des Gulden ist glatt. Der persönliche Wahlspruch des Kaisers „Mit vereinten Kräften“ ist in seiner lateinischen Übersetzung VIRIBUS UNITIS darauf mit Tiefenprägung zu lesen.

Auf der Wertseite ist der österreichische Doppeladler mit ausgebreiteten Schwingen geprägt. Die über beiden Adlerköpfen abgebildete Kaiserkrone unterbricht im oberen Bereich die Umschrift. Am entgegengesetzten Punkt reichen die tiefsten Schwanzfedern des Doppeladlers nur bis über die in arabischen Ziffern bezeichnete Jahreszahl der Prägung. Auf der linken Hälfte der Goldmünze stehen der Nennwert und das Kürzel Fl für Florin. Der Buchstabe l endet dabei unterhalb der rechten Adlerkralle, die ein Schwert hält. Aufgrund der besonderen politischen Umstände seiner Entstehung ist auf der rechten Seite des Gulden unterhalb der Adlerkralle mit dem Reichsapfel zusätzlich der abweichende Nennwert in Franken (abgekürzt Fr) eingeprägt. Die Umschrift besteht nur aus zwei Wörtern, die in der oberen Hälfte des Florin jeweils rechts und links des Doppeladlers geprägt wurde. Sie lautet IMPERIVM auf der linken Seite und AVSTRIACVM auf der rechten Seite.

In den Nachprägungen seit den 50er Jahren tragen beide Goldmünzen jeweils die Jahreszahl 1892, auch wenn sie wie der 4-Florin in der Zeit bis 1999 und der 8-Florin bis 1988 geprägt wurden. Die Stückzahlen der Nachprägungen lagen zeitweise bei mehreren Hunderttausend Exemplaren. Das macht den Florin zwar als Sammlermünze weitgehend ungeeignet, steigert aber andererseits seine Verfügbarkeit und Eignung als Anlagemünze.

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