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Goldmark Deutsches Kaiserreich

Foto der Vorderseite einer Goldmark Deutsches KaiserreichGoldmark Deutsches Kaiserreich Vorderseite
Foto der Rückseite einer Goldmark Deutsches KaiserreichGoldmark Deutsches Kaiserreich Rückseite

Nach der Gründung des zweiten Deutschen Kaiserreichs 1871 wurden die unterschiedlichen und auch sehr unübersichtlichen Währungen innerhalb des vormals in viele Einzelstaaten aufgespalteten Deutschlands in der Währung Mark vereint. Die Mark oder auch später Reichsmark ist als Goldmünze eine historische Anlagemünze, die in sehr hoher Stückzahl und in der damals üblichen Legierung aus 900er Feingold und Kupfer geprägt wurde.

NennwertMünzgewichtFeingoldMaterialpreis*AbmessungFeinheit
5 Mark1.991 g1.791 g76,11 €
(84,19 $)
Ø 17 mm900 ‰
21,6 Karat
10 Mark3.982 g3.584 g152,30 €
(168,47 $)
Ø 19,5 mm900 ‰
21,6 Karat
20 Mark7.965 g7.169 g304,65 €
(336,99 $)
Ø 22,5 mm900 ‰
21,6 Karat

Als einer der Architekten des Deutschen Kaiserreichs war Otto von Bismarck, der erste Reichskanzler, auch maßgeblich an der Gründung der Zentralbank und der Währungsreform beteiligt. Damit schuf er die Grundlage für die Prägung der Mark-Goldmünze, die allerdings mit Rücksicht auf die Einzelstaaten des jungen Kaiserreichs gewisse Besonderheiten aufwies. Die Goldmark kam kurz nach der Gründung des Kaiserreichs in Umlauf, durfte aber in den Einzelstaaten mit unterschiedlichen Motivseiten geprägt werden. Trotz der Tatsache, dass das Kaiserreich aus 54 Königreichen, 6 Großherzogtümern, 5 Herzogtümern, 3 freien Städten und Elsass-Lothringen bestand, ist das Erscheinungsbild der Goldmark dennoch erstaunlich einheitlich. Dies mag daran liegen, dass die meisten Goldmünzen durch das Königreich Preußen geprägt wurden, dass das stärkste im Kaiserreich und der preußische König zugleich der deutsche Kaiser war.

Aufgrund der Dominanz der preußischen Mark-Goldmünze wird diese exemplarisch näher dargestellt. Während der Prägezeit der Mark-Goldmünze wurde das Kaiserreich von drei Kaisern regiert. Bei Gründung handelte es sich um Wilhelm I., der 1888 verstarb. Ihm folgte für nur wenige Monate sein bereits bei der Krönung schwer krebskranker Sohn Friedrich III. Letzter Regent des Kaiserreichs wurde wiederum sein 29jähriger Sohn Wilhelm II., der von 1888 bis zur Abdankung nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg regierte. Das Design der Regentenmotive ist zunächst identisch gewesen. Alle drei sind mit Blickrichtung nach rechts dargestellt und ohne jedes Amtszeichen. Es entspricht dem provokanten Charakter Wilhelms II., dass die Prägung seiner Mark-Goldmünze 1913 geändert wurde. In den Spannungen eines aufziehenden Krieges ließ er das eher neutrale Porträt durch eine Büste in militärischem Ornat ersetzen. Die Umschrift beginnt jeweils mit dem Namen, wobei Friedrich III. ohne die römische Namenszahl geprägt wurde. Nach dem Namen folgt DEUTSCHER KAISER KÖNIG V. PREUSSEN. Unterhalb des Porträts ist der Großbuchstabe der Münzeprägeanstalt zu finden. Der umlaufende äußere Rand besteht aus Punkten.

Die Wertseite der Goldmark ist einheitlich im gesamten Kaiserreich geprägt worden. Das zentrale Motiv ist ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen unterhalb der Reichskrone mit Blickrichtung nach links. Die Spitze der Reichskrone reicht entweder bis an den äußeren Ring aus Punkten oder sie endet unterhalb der Umschrift. Sein Körper ist durch das Reichwappen verdeckt, auf dem ebenfalls ein Adler abgebildet ist, der in der rechten Kralle das Reichsschwert und links den Reichsapfel umfasst hält. Umgeben ist das Wappenschild vom höchsten preußischen Orden, dem Hohen Orden vom Schwarzen Adler, der 1701 von Friedrich III. von Brandenburg gestiftet wurde. Die Umschrift DEUTSCHES REICH ist bei der größeren Darstellung geteilt in jeweils ein Wort auf jeder Hälfte. Unterhalb des Wortes REICH ist ein Eichenblatt geprägt. Der Nennwert steht zu beiden Seiten der Schwanzfedern. Er besteht aus der arabischen Zahl sowie dem Währungskürzel M. Bei der kleineren Darstellung des Adlers ist die Umschrift nicht geteilt und der Nennwert am unteren Rand mit der arabischen Zahl und dem Wort MARK ausgeschrieben. Das Prägejahr steht innerhalb der Umschrift.

Die Goldmark wurde in einer Stückelung von 5 Mark, 10 Mark und 20 Mark geprägt. Am höchsten war die Auflage der 20-Mark-Goldmünze, die viele Millionen betrug und von 1871 bis 1915 dauerte. Die beiden anderen Nennwerte wurden nur wenige Jahre und in deutlich niedrigerer Auflage in Umlauf gebracht. Andere Bezeichnungen der Goldmark sind 1/2 Krone, Krone und Doppelkrone.

NennwertBezeichnungPrägejahre
5 Mark Goldhalbe Krone1877-1878
10 Mark GoldKrone1872-1914
20 Mark GoldDoppelkrone1871-1915

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